09.01.2012

Burnout – eine Modediagnose?

Die Zahlen sprechen eine sehr eindeutige Sprache.
Gemäß einer Untersuchung des wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hat sich die Zahl der Krankheitstage mit der Diagnose Burnout, von 2004 bis 2010 nahezu verneunfacht. Hochgerechnet auf mehr als 34 Millionen gesetzlich krankenversicherte Beschäftigte, fehlten laut WIdO im Jahr 2010 knapp 100 000 Menschen wegen Burn-outs am Arbeitsplatz. Ich gehe davon aus, dass die Zahlen im Jahr 2011 noch gestiegen sind.

Im Moment habe ich das Gefühl, dass es viel Irritation rund um das Thema gibt. Mal lese ich etwas von Modeerscheinung, dann wieder Burnout sei en vogue.

Das Problem ist, dass es keine einheitliche Definition, keine eindeutige Diagnostik gibt.
Burnout ist ein sehr ernst zunehmender Zustand. Nicht zuletzt, weil in vielen Fällen mit einem Burn-out-Syndrom, eine Depression verbunden ist. Die, bleibt sie unentdeckt, fatale Folgen für Betroffene haben kann.

Burnout scheint einen gesellschaftlich anerkannten Ruf bekommen zu haben. Die Krankheit der Fleissigen. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Burnout zu einem Qualitätsmerkmal wird – FLEISSIG und GUT.

Würde Burnout „schlicht“ Depression heissen, würde sich wohl kaum jemand damit „schmücken“. Denn der Ruf der Depression ist eher niederschmetternd.

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